Pflegend und reinigend: Wie entsteht eigentlich Seife?

Pflegend und reinigend: Wie entsteht eigentlich Seife?

Badesalze, Bodylotions und Seifen aus Bio-Ölen und saisonalen Kräutern: Mido Eltahan hat sich seinen Traum vom eigenen Naturpflege-Label erfüllt. Im Gespräch erzählt er, wieso er dafür seine Heimat Ägypten verlassen musste und wieso die Produkte von «Midomade» immer beliebter werden.


 

Wie kam es dazu, dass du Midomade gegründet hast?

Die Idee dazu hatte ich schon vor sehr vielen Jahren. Ich stamme ursprünglich aus Ägypten und habe dort über 20 Jahre lang mit Seifen, Düften und Essenzen gearbeitet. Das Problem war jedoch, dass der Markt für nachhaltige Produkte in Ägypten noch unglaublich klein und schwierig ist. Ich wollte aber unbedingt naturbelassene Pflegeprodukte herstellen. Vor allem wollte ich komplett auf Palmöl in der Herstellung und auf Plastik in der Verpackung verzichten.

 

Also hast du diese Idee in der Schweiz umgesetzt?

Genau. Ich bin in die Schweiz gezogen und habe hier Midomade gegründet. In der Schweiz kommen nachhaltige Produkte mit Bio-Inhaltsstoffen viel besser an. Vor allem in den letzten Jahren habe ich hier einen deutlichen Anstieg gespürt. Die Leute achten beim Einkaufen viel mehr auf die Qualität und Herkunft der Produkte. Sie gehen viel bewusster mit den Dingen um. Das freut mich und hilft auch meiner Marke weiter.

 

War das früher nicht so?

Lange Zeit wurde man als Produzent für Naturpflegeprodukte in die Esoterik-Schublade gesteckt und als «Kräuterhexer» abgestempelt. Heute ist das anders. Die Leute haben eingesehen, wie wichtig gesunde, nachhaltige und qualitativ hochwertige Seifen, Öle oder Badesalze sind.

 

 

Wir versuchen nur jene Zutaten zu verwenden, die in der Region gerade zu haben sind.


 

 

Wie wählst du die Inhaltsstoffe für deine Pflegeprodukte aus?

Wichtig ist vor allem, dass die Öle, Butter und Salze, die ich verwende, allerhöchste Bio-Qualität haben. Ich setze hier vor allem auf kleinere Produzenten, bei denen ich mir sicher bin, dass die Qualität stimmt. Die Kräuter und Blüten stammen aus unserem Bio-Eigenanbau. Ausserdem verwende ich wenn immer möglich Fairtrade-Rohstoffe. Zudem versuchen wir immer stärker saisonal zu produzieren, also nur jene Zutaten zu verwenden, die in der Region gerade zu haben sind. 

 

Zu deinen wichtigsten Produkten gehört selbst gemachte Seife. Wie wird diese hergestellt?

Grundsätzlich arbeitet man bei Seife mit Natronlauge. Diese Lauge führt dazu, dass Öle oder andere Fette wie Butter sich verfestigen. In der Fachsprache nennt man das «Verseifen». Je nachdem, welche Eigenschaft dieSeife haben soll, entscheide ich mich für eine Rezeptur. Will ich eine Seife für die Haare, dann darf diese nicht allzu fettend sein. Dafür gebe ich mehr Natronlauge dazu als zum Beispiel bei einer gut pflegenden Duschseife. Diese verschiedenen Stufen nennt man «Überfettung», sie beschreiben also die unterschiedliche Mischung oder das Verhältnis zwischen Natronlauge und Öl. 

 

Natronlauge und Öl bilden also die Basis einer jeden Seife?

Genau. Um unsere Seifen herzustellen, schreibe ich zuallererst das Rezept dazu und berechne, wie viel Anteil der verschiedenen Zutaten in die Mischung muss. Dann nehme ich den exakt berechneten Anteil an Wasser und gebe die benötigte Natronlauge hinzu. Dabei ist es immer wichtig, Schutzbrille, Mundmaske und Handschuhe zu tragen und alles in einem gut durchlüfteten Raum durchzuführen. Durch die Lauge beginnt nämlich ein chemischer Prozess und das Wasser wird mehr und mehr erhitzt. 

 

Nun hast du also die Natronmischung. Es fehlt das Öl.

Separat wiege ich Öl oder Butter ab. Sollte ich ein Rezept mit Butter geplant haben, muss diese zuerst im Wasserbad verflüssigt werden. Danach muss ich die noch heisse Lauge auf genau jene Temperatur abkühlen lassen, die das Öl oder die flüssige Butter haben. Bei Öl sind das meistens 20 Grad, bei der Butter im Wasserbad etwa 35 Grad. Erst wenn die Lauge und das eingesetzte Fett die gleiche Temperatur haben, kann man die Lauge in das Fett mischen. Danach wird die gesamte Mischung mit einem Stabmixer püriert.

 

 

Die Seife muss dann mindestens vier Wochen ruhen.


 

 

Was passiert dann?

Durch das Pürieren geht ein weiterer chemischer Prozess vonstatten, der dazu führt, dass das Öl «verseift». Es bindet sich und wird immer fester. Es entsteht der sogenannte «Seifenleim». Diese leicht klebrige, fettige Masse, die ein wenig an eine Béchamelsauce erinnert, wird dann veredelt.

 

Was heisst das?

Das heisst, dass nun alle übrigen Zutaten hinzugegeben werden, die vor allem den Duft der Seife ausmachen. Das sind zum Beispiel Kräuter, Blüten, Kaffeesatz oder Honig. Sie verleihen der Seife noch die letzte feine Note. Erst dann wird die Masse in Formen gegossen.

 

Dann kann sie verkauft werden?

Leider noch nicht. Damit Seife tatsächlich auch gut für den Körper ist, muss sie mindestens vier Wochen ruhen. Während der Ruhephase muss das Seifenstück in einem gut durchlüfteten Raum ohne Sonneneinstrahlung reifen. Dabei baut sie die eingesetzte Natronlauge mehr und mehr ab. Je länger eine Seife ruhen darf, desto freundlicher und pflegender ist sie für Haut und Haar. Erst nach dem Ruheprozess verpacken wir die Seifen dann und verzichten hierbei komplett auf Plastik. Einmal verpackt, sind die Seifen bereit für den Verkauf.

 

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