Offleten? Wie bitte, was?

Offleten? Wie bitte, was?

Hauchdünn, rund, mit feinen Motiven verziert und mit Waffel und Hostie verwandt. Woher kommen die Offleten und was macht sie zum perfekten Souvenir aus Zürich?


  

Die Offlete hat christliche Ursprünge

Offleten gehören zu den Zürcher Traditionsprodukten. Was bis ins 18. Jahrhundert noch in vielen Teilen der Schweiz gebacken wurde, ist heute fast nur noch in Zürich zu finden. Gebacken aus einem einfachen Teig aus Mehl, Milch, Eigelb, Butter und Salz werden die tellergrossen Offleten je nach Sorte verfeinert: Entweder sind sie süss – mit Zimt oder Zucker, oder salzig – mit Pfeffer, Kümmel und geriebenem Käse. 

 

Speziell an der Offlete ist nicht nur ihre Form, sondern es sind auch die feinen Prägungen, die sie trägt. Mit einem Waffeleisen werden schon seit Jahrhunderten repräsentative Motive auf die Offleten gepresst, etwa Herrschaftszeichen und Wappen. Blickt man auf die Namensentstehung der Offlete, wird schnell klar, welche Ursprünge sie hat: christliche. Das Wort Offlete ist nämlich mit dem Begriff Oblade verwandt. Und so wiederum wurden christliche Hostien bezeichnet, die ab dem frühen Mittelalter in den Klöstern gebacken wurden.

 

Das Waffeleisen war bei Ehen oft Mitgift der Frau.


 

Ein Dessert für die Oberschicht

Die erste schriftliche Erwähnung von Offleten in Zürich stammt aus der Frühen Neuzeit. Vom 16. Jahrhundert bis Ende des 18. Jahrhunderts waren die süssen Backwaren typische Desserts an Festtagen. Vor allem reiche Familien tischten Offleten auf und nutzten das Gebäck, um den Gästen etwa das eigene Familien- oder Zunftwappen zu präsentieren oder es ihnen als Geschenk mit auf den Weg zu geben. Viele Waffeleisen früherer Zeiten tragen ganz besondere Motive: auf der einen Seite das Familienwappen des Ehemannes und auf der anderen Seite dasjenige der Frau. Damit wurde die Verehelichung deutlich gemacht. Das Waffeleisen gehörte oft sogar zur Mitgift der Frau.

Offleten

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Offleten sind ein traditionelles Zürcher Waffelgebäck und damit ein ideales Geschenk aus der Stadt. Jede Waffel wird von...

 

Ein ungewöhnlicher Rezepteintrag

In einem Kochbuch aus dem Jahr 1581 gibt es einen Eintrag über Offleten. Hier heisst es, dass die schweren Waffeleisenplatten genau ein halbes Ave Maria lang pro Seite über das offene Feuer gehalten werden müssen. Danach sei der Teig perfekt durch und knusprig. Auch Gottfried Keller – einer der wichtigsten Schweizer Dichter und Schriftsteller – erwähnt in «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» die Offlete.

 

Offleten sind – wie schon im 16. Jahrhundert – beliebte Desserts an Feiertagen, vor allem an Weihnachten und Ostern. Die neueren salzigen Varianten sind aber auch beim Apéro beliebt. Als Geschenk und Souvenir sind sie auf jeden Fall seit eh und je ein wahrer Hingucker.

 

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